Wo muss ein Sicherheitsventil installiert werden?
Gemäß DIN EN 12828 ist jeder Wärmeerzeuger mit einem (nach pr EN 1268-1 geeigneten) Sicherheitsventil auszurüsten. Diese Sicherheitsventile dienen grundsätzlich zur Absicherung von geschlossenen Heizungsanlagen gegen Drucküberschreitung. Sollte sich eine Betriebssituation ergeben, in der thermostatische Regel- und Begrenzungseinrichtungen versagen, ist das Ventil dazu in der Lage, die gesamte Heizleistung in Form von Heisswasser & Dampf abzuleiten.
Bei der Montage sind die einschlägigen Vorschriften, sowie die Anleitung des Herstellers unbedingt zu beachten. Demnach muss die Montage am höchsten Punkt des Wärmeerzeugers oder in dessen unmittelbarer Nähe im Vorlauf erfolgen. Der Begriff „unmittelbar“ wird weitergehend so definiert, dass die Zuleitung zum Sicherheitsventil gerade, also ohne Richtungsänderung, verlaufen muss und maximal eine Länge von 1 m aufweisen darf.
Daraus ergibt sich zwangsläufig, dass Sicherheitsventile, die zur Absicherung eines wasserführenden Heizeinsatzes oder Kaminofens vorgesehen sind, eine besondere Spezifikation aufweisen müssen. Herkömmliche Ventile, die im Regelfall über Kunststoffteile (z.B. Kappe) verfügen, dürfen hier nicht eingesetzt werden, weil diese sich, bedingt durch die Strahlungswärme von Rauchrohr und Korpus, auf Dauer verformen würden. Eine einwandfreie Funktion wäre dann nicht mehr gewährleistet. Es dürfen daher nur Sicherheitsventile in Ganzmetall-Ausführung eingesetzt werden.
Warum ist es so wichtig, dass das Sicherheitsventil unmittelbar am wasserführenden Heizeinsatz oder Kaminofen montiert wird?
Um dies zu erklären, muss man sich vergegenwärtigen, was unter ungünstigen Umständen passieren könnte, wenn in der Wassertasche eine Übertemperatur entsteht. Im Normalbetrieb wird die Wärme, die in der Wassertasche eines WW-Gerätes entsteht, in einen Pufferspeicher geleitet. Wenn dieser Kreislauf aus irgendeinem Grund (Stromausfall, etc.) nicht mehr funktioniert, würde die Wärme aus der Wassertasche nicht mehr abgeführt werden können. Dadurch würde die Temperatur dort ansteigen. Ab einer Temperatur von ca. 95 °C spricht dann die thermische Ablaufsicherung an und durch einen in die Wassertasche integrierten Wärmetauscher fließt kaltes Trinkwasser. Dieses nimmt die Wärme des umliegenden Heizungswassers auf und kühlt das Gerät so herunter. Irgendwann schließt die thermische Ablaufsicherung wieder und alles ist wieder in Ordnung.
Was kann aber passieren, wenn diese Sicherheitseinrichtung aus irgendeinem Grunde versagt?
Die Temperatur in der Wassertasche steigt weiter und das Wasser fängt an zu kochen. Es wechselt seinen Aggregatzustand von flüssig zu gasförmigem Dampf. Dabei ergibt sich eine sprunghafte Volumenänderung, denn 1 l Wasser wird zu ca. 1.696 l Dampf. Da das Heizungssystem an sich ein geschlossenes System ist, steigt dabei der Druck ebenso sprunghaft an. Dieser enorme Druck entsteht dabei am höchsten Punkt des Wärmeerzeugers und baut sich am dort montierten Sicherheitsventil ab. Über die angeschlossene Abblaseleitung wird das Heisswasser, bzw. der Dampf gezielt abgeführt, so dass auch in diesem Fall kein wirkliches Problem entstehen würde.
Gefährlich wird es in dieser Situation nur, wenn gar kein Sicherheitsventil verbaut wurde oder die Montage an einer anderen Stelle in der Anlage erfolgte. Das Wasser in der Verbindungsleitung vom Wärmeerzeuger zum Sicherheitsventil wirkt quasi wie ein Stopfen und verhindert so den notwendigen schnellen Druckabbau. Dies kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass der Heizeinsatz „explodiert“.
Auch wenn bis zu einem solchen Unglücksfall sicherlich eine Menge unglücklicher Zufälle zusammen kommen müssten, könnte dieser Fall eintreten. Es handelt sich jedoch um ein vermeidbares Risiko. Man muss ganz klar sagen, dass von einem ordnungsgemäß angeschlossenes WW-Gerät, bei dem die Sicherheitstechnik jährlich im Rahmen der Heizungswartung überprüft wird, grundsätzlich keinerlei Gefahr ausgeht. Fehler bei der Montage können jedoch durchaus fatale Folgen haben.


