Externe Verbrennungsluftzufuhr für Kamine und Kaminöfen

Feuerstätten werden als "raumluftabhängig" bezeichnet, egal, ob sie die Verbrennungsluft direkt aus dem Aufstellraum beziehen oder über eine externe Verbrennungsluftzufuhr aus dem Freien. Als "raumluftunabhängig" dürfen nur Feuerstätten bezeichnet werden, welche vom Deutschen Institut für Bautechnik eine Bauartzulassung für besondere Dichtigkeit erhalten haben. Kurz nennt man diese „DIBT-Zulassung“. Raumluftunabhängige Feuerstätten und viele raumluftabhängige Feuerstätten besitzen einen zentralen Anschlussstutzen für die Verbrennungsluft. An diesen Anschlussstutzen kann eine Verbrennungsluftleitung angeschlossen werden, über welche die Feuerstätte die Verbrennungsluft direkt aus dem Freien, und nicht aus dem Aufstellraum, bezieht.

Vor und Nachteile einer externen Verbrennungsluftzufuhr

Zu den Vorteilen gehört, dass man für die Verbrennung keine warme Raumluft verwendet. Außerdem muss weniger gelüftet werden, um frische (kalte) Luft nachströmen zu lassen. Beides ist energiewirtschaftlich vorteilhaft. Durch den Bezug der Verbrennungsluft aus dem Freien ist die Feuerstätte auch von Druckschwankungen im Aufstellraum (Lüftungsanlagen usw.) weniger abhängig.

Zu den Nachteilen gehört, dass die Windverhältnisse Einfluss auf die Verbrennungsluft nehmen können. Dadurch kann es gegebenenfalls zu beschleunigter Luftzufuhr (Winddruck auf die Mündung der Verbrennungsluftleitung) oder zu geschwächter Luftzufuhr (Unterdruck auf der windabgewandten Seite des Hauses) kommen. Wenn mehrere Feuerstätten mit eigenen Verbrennungsluftleitungen an einen gemeinsamen Schornstein angeschlossen werden, sind Durchzugserscheinungen durch das gesamte Luft- und Abgassystem vorstellbar.

Verbrennungsluftleitung dämmen oder nicht?

Weiterhin ist zu bedenken, dass die Luft aus dem Freien sehr kalt sein kann. Dies führt zu einer Abkühlung der Verbrennungsluftleitung und der Feuerstätte. An den kalten Flächen kann Schwitzwasserbildung durch kondensierende Raumluftfeuchtigkeit entstehen. Eine Verbrennungsluftleitung soll deshalb vorzugsweise gedämmt und mit einer dichtschließenden Luftklappe ausgeführt werden. Die dichtschließende Luftklappe darf jedoch keinesfalls geschlossen werden, solange noch eine Feuerung im Gang ist (Verpuffungsgefahr). Eine Dämmung der Feuerstätte gegen Schwitzwasserbildung ist meist nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich. Oft ist auch der Platzbedarf für eine Dämmung der Verbrennungsluftleitung und für eine separate Luftklappe in der Verbrennungsluftleitung problematisch, weil die Feuerstätte in der Regel möglichst nah an der Wand stehen soll.

Verbrennungsluftleitung – Je kürzer desto besser

Verbrennungsluftleitungen dürfen der Luftzufuhr nicht sehr viel Widerstand bieten. Sie sind deshalb möglichst kurz und mit so wenig Richtungsänderungen wie möglich, auf direktem Weg ins Freie zu führen. Der Querschnitt der Verbrennungsluftleitung soll mindestens dem Querschnitt des Anschlussstutzens an der Feuerstätte entsprechen. Als Faustformel gilt: Eine Verbrennungsluftleitung soll 12 Meter Leitungslänge möglichst nicht überschreiten. Für jede Richtungsänderung (90°) sind 3 Meter Leitungslänge abzuziehen. Wenn die Leitung sehr viel länger wird oder besonders viele Richtungsänderungen haben muss, kann sie zum Ausgleich mit größerem Durchmesser verlegt werden. Grundsätzlich ist ein runder Querschnitt der Luftleitung günstiger, als ein rechteckiger Kanal. Wenn ein rechteckiger Kanal erforderlich ist, so ist sein "hydraulischer Durchmesser" zu berücksichtigen. Das heißt, seine Querschnittsfläche muss entsprechend dem höheren Widerstand größer ausfallen, als bei einer Leitung mit rundem Querschnitt.

Revisionsklappe in der Verbrennungsluftleitung nicht vergessen

Verbrennungsluftleitungen sollen nach Möglichkeit mit Revisionsöffnungen versehen werden, damit sie regelmäßig vom Schornsteinfegermeister überprüft und bei Bedarf gereinigt werden können.Die meisten Kaminöfen haben einen Anschlussstutzen für die externe Verbrennungsluftzufuhr mit 125mm Durchmesser. Flexible Aluminiumrohre für den Verbrennungsluftanschluss sind mit und ohne Dämmung erhältlich. Handelsübliche "HT-Abflussrohre DN 125" sind mit dem flexiblen Aluminiumrohr kompatibel und eignen sich z. B. gut für die Verlegung unter einer Kellerdecke. Gegen Schwitzwasserbildung können sie mit Wickelfilz aus dem Sanitärfachhandel umwickelt werden.

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