Die Bauteile eines Kaminofens

Kaminofen: Aufbau und Funktion

Auf dem Markt ist eine Vielzahl unterschiedlicher Kaminöfen und Variationen zu finden. Doch welches Bauteil aus der Beschreibung gehört wo hin? Was ist wofür verantwortlich und erfüllt welche Funktion? Die technischen Daten und Beschreibungen sind meist keine Hilfe. Fachchinesisch beherrscht die Beschreibungen, Prospekte und Anleitungen. Wir versuchen ein klein wenig Licht ins Dunkel zu bringen und erläutern, welche Baugruppen an einem handelsüblichen Kaminofen zu finden sind und welche Funktion sie erfüllen.

Korpus

Größtes Bauteil an einem Kaminofen ist der Korpus. Der Korpus ist vergleichbar mit der Fahrgastzelle eines Autos. Um diesen Korpus herum und in ihm werden alle anderen Bauteile gruppiert und an- bzw. eingebaut. Der Korpus sollte aus hochwertigem Stahl ab 4 mm gefertigt sein. Nur so kann sichergestellt werden, dass dieser eine ausreichend hohe Festigkeit hat. Es gibt auch Kaminofen-Korpora aus Guss, wobei diese Öfen aufgrund des Herstellungsverfahrens zumeist sehr einfache Formen aufweisen. Ob Guss oder Stahl bleibt letztendlich eine Frage der Philosophie.

Feuerraum

Der Name ist Programm. Hier findet die Verbrennung statt. Es gibt Feuerräume aus Stahl oder Guss, mit und ohne Verkleidung. Moderne Feuerstätten besitzen zum überwiegenden Teil eine Verkleidung aus Schamotte oder Vermiculite. Nur mit einer Feinkeramik- Auskleidung ist eine ausreichend hohe Verbrennungstemperatur realisierbar. Diese hohen Brennraumtemperaturen sorgen zum einen für eine schadstoffarme Verbrennung und zum anderen für eine angenehme Strahlungswärme, die über die Feuerraumscheibe abgegeben wird. Zudem wird der Korpus des Kaminofens durch Auskleidung geschützt. Im Reparaturfall können die Feuerraumsteine einfach und kostengünstig ersetzt werden. Bei Feuerstätten die keine Auskleidung aus Feinkeramik haben kommt oft Schamotte oder Vermiculit zum Einsatz. Diese sind kostengünstiger als Feinkeramikauskleidungen aber auch nicht ganz so effektiv.

Rauchgasumlenkplatten

Die Rauchgasumlenkplatten sollen die Rauchgase umlenken und so einen direkten Kontakt der Flammen mit dem Rauchrohr bzw. Schornstein verhindern. Sie erhöhen den Strömungswiderstand und reduzieren so die Strömungsgeschwindigkeit der Abgase. Dadurch wird eine höhere Brennraumtemperatur und höherer Wirkungsgrad erreicht. Je nach Konstruktion, können eine oder mehrere Umlenkplatten verbaut sein.

Feinstaubfilter

Wir setzen konsequent Feinstaubfilter ein um noch bessere Umweltwerte zu erreichen. HARK hat mit der ECOplus-Technologie Maßstäbe gesetzt. Die Filter schließen den Brennraum in Richtung Schornstein ab. An den Filtern setzt sich Staub, Ruß und Schadstoffe ab. Diese Partikel werden bei Erreichen der Nennwärmeleistung des Kaminofens verbrannt. In vielen Feuerstätten von HARK kommt eine Kombination aus Rauchgasumlenkplatten und Filtern zum Einsatz.

Rauchrohranschlussstutzen

Am Rauchrohranschlussstutzen wird das Rauchrohr (das Rohr welches die Verbindung zum Schornstein herstellt) angeschlossen. Standardmäßig befindet sich der Rauchrohrstutzen oben auf dem Kaminofen. Bei vielen Kaminöfen besteht jedoch die Möglichkeit, das Rauchrohr wahlweise oben oder an der Rückseite des Kaminofens anzuschließen.

Feuerraumscheibe

Die Feuerraumscheibe schließt den Brennraum zum Aufstellraum hin ab. Bei modernen Kaminöfen ist die Scheibe besonders groß, um einen möglichst ungehinderten Blick auf das Kaminfeuer zu ermöglichen. Ein Teil der erzeugten Wärme wird als Strahlungswärme, die wir als besonders angenehm empfinden, über die Feuerraumscheibe abgegeben. Die Scheiben bestehen aus einem speziellen Keramikglas, das den hohen Temperaturen im Feuerraum standhält. Bei den meisten Kaminöfen wird ein Teil der Verbrennungsluft von Innen an der Sichtscheibe vorbeigeführt. Dieses Luftpolster sorgt dafür, dass die Scheiben weitgehend rußfrei bleiben.

Feuerraumtür

Über die Feuerraumtür wird der Kaminofen mit Brennstoff befüllt. Wichtig bei einer guten Feuerraumtür ist ihre Stabilität. Sie darf sich unter Hitze nicht verziehen, damit keine Undichtigkeiten auftreten. Bei hochwertigen Kaminöfen besteht die Feuerraumtür, wenn es die Konstruktion zulässt, meist aus Guss mit einer Mehrpunktverriegelung. Die Türen eines Kaminofens sind mit einer Schließfeder ausgestattet, die dafür sorgt, dass die Tür von alleine nicht offen stehen kann. Dadurch ist es möglich, an einen Schornstein auch mehr als einen Kaminofen anzuschließen.

Verbrennungsluftstutzen

In der heutigen Zeit ist eine externe Verbrennungsluftzufuhr eigentlich selbstverständlich. Moderne Niedrigenergiehäuser in immer dichterer Bauweise machen es erforderlich, die benötigte Verbrennungsluft dem Brennraum direkt von außen zuzuführen. Bei Häusern mit Lüftungsanlagen ist ein Kaminbetrieb ohne externe Verbrennungsluft nicht zu realisieren. Über den Anschlussstutzen lässt sich auf einfache Weise eine Verbindung zur Außenluft herstellen. Dies kann über eine Bohrung im Boden oder der Außenwand erstellt werden. Zum Anschluss der externen Verbrennungsluft wird ein Aluflexrohr über den Anschlussstutzen gestülpt. Sinnvoll ist es zu einem isolierten Anschlusskasten und zu einer isolierten Verbrennungsluftleitung zu greifen, um eine Kondenswasserbildung zu verhindern.

Verkleidung

Die Verkleidung des Kaminofens wird am eigentlichen Korpus angebracht. Für die Funktion spielt diese Verkleidung eine eher untergeordnete Rolle. Vielmehr soll die Verkleidung den Kaminofen optisch aufwerten. Die Verkleidungen lassen sich aus Speckstein, Naturstein oder Kacheln fertigen. Einfache Kaminöfen sind nur mit einer Metallverkleidung versehen. Manche Verkleidungen aus Kacheln oder Speckstein haben eine große Masse; das bedeutet, dass Sie besonders großflächig und dick sind. Diese nehmen beim Betrieb des Kaminofens Wärme auf und können diese über einen gewissen Zeitraum speichern.

Bodenplatte

Wenn ein Stahlofen auf einen Boden gestellt werden soll, der aus brennbaren Stoffen besteht (z. B. Parkett oder Laminat), muss eine Bodenplatte unter den Ofen gelegt werden, die den Boden vor Funkenflug schützt. Die Bodenplatten gibt es in verschiedenen Formen und Größen, entsprechend der Stellsituation oder der Größe des Stahlofens. Sie können im Prinzip aus jedem nicht brennbaren Material gefertigt werden. Am häufigsten kommt Glas als Material für die Bodenplatten zum Einsatz. Es sieht gut aus und ist extrem pflegeleicht. Die Kaminbodenplatten sollten jedoch immer aus Sicherheitsglas gefertigt sein.

Backfach oder Warmhaltefach

Back- und Warmhaltefächer sind in vielen Kaminofenmodellen zu finden. Je nach Konstruktion des Ofens besteht die Möglichkeit Speisen warm zu stellen oder sogar zu backen und zu garen. Umgangssprachlich werden Öfen mit einem Backfach oft Pizza-Ofen genannt. In den Topmodellen können wirklich Pizza, Pommes oder Brot zubereitet werden. Der Ofen muss jedoch für den Back- und Kochbetrieb konstruiert sein. In einem einfachen Warmhaltefach können Speisen und Getränke nur warmgehalten werden.

Teerost

Man könnte annehmen, dass man auf dem Teerost Teewasser erwärmen könnte. Vielmehr handelt es sich hierbei aber um ein rundes Gitter, das die Rauchrohröffnung im Deckel des Kaminofens abdeckt, wenn das Rauchrohr nach hinten angeschlossen wird. Das Teerost hat nicht die Funktion einer Herdplatte. Die Funktion beschränkt sich auf die optische Aufwertung.

Türfedern

Ein Kaminofen der Bauart 1 hat eine selbstschließende Feuerraumtür, die einen Betrieb mit offenem Feuerraum nicht zulässt. Am einfachsten ist es dies mit einer Feder zu realisieren. Durch die selbstschließende Tür können unter bestimmten Voraussetzungen mehrere Feuerstätten an einen Schornsteinzug angeschlossen werden. Die Türfedern werden in der Regel direkt am Scharnier verbaut. Alternativ gibt es Türfedersysteme die mit langen Zugfedern arbeiten.

Primärluft

Bei der Primärluft ist die Rede von der Verbrennungsluft die dem Brennraum von unten (durch den Ascherost) zugeführt wird. Diese wird in der Anheizphase und beim Betrieb mit Kohleprodukten benötigt. Im Gegensatz zu Holz, brennt Kohle von unten nach oben. Hier muss die Primärluft demnach während der ganzen Betriebsdauer geöffnet bleiben.

Sekundärluft

Als Sekundärluft wird die Verbrennungsluft bezeichnet, die durch Luftkanäle im inneren des Kaminofens oder des Heizeinsatzes, von oben einströmt. Diese wird bei der Verbrennung von Holz benötigt. Viele Hersteller von Heizeinsätzen führen die Sekundärluft an der Feuerraumscheibe vorbei. Die vorbeiströmende Luft verhindert das Verrußen der Kaminscheibe und der Blick auf das Feuer bleibt ungetrübt.

Tertiärluft

Um eine möglichst saubere und effektive Verbrennung zu ermöglichen wird die Tertiärluft im oberen Drittel des Brennraumes eingeleitet. Die an der Rückwand des Kaminofens zugeführte zusätzliche Tertiärluft bewirkt eine Nachverbrennung der Rauchgase und verringert somit die Schadstoff-Emissionen. Ob eine Feuerstätte über eine zusätzliche Tertiärluftzuführung verfügt lässt sich leicht an der gelochten Luftführung im Rückwandstein der Feuerstätte erkennen.

Automatik

Feuerstätten mit Automatik regeln in Abhängigkeit von der Einstellung ihre Luftzufuhr automatisch. Die Automatik besteht aus einem Temperaturfühler und einem Kapillarröhrchen. Bei großer Wärme dehnt sich die Flüssigkeit im Kapillarröhrchen aus und schließt so die Primärluftzufuhr. Kühlt das Röhrchen wieder ab öffnet sich die Luftklappe wieder.

Holzfänger

Der Holzfänger soll verhindern, dass glühende Brennstoffteile beim Öffnen der Feuerraumtür aus dem Feuerraum fallen. Es handelt sich hier um einen Stehrost, der im unteren Bereich vorne auf der Feuerraummulde steht. Der Holzfänger kann ein einfaches Metallblech, ein Rohr oder auch ein Gussteil mit aufwändigen Verzierungen sein.  In jedem Fall sollte der Holzfänger aus hochwertigem Material bestehen. Ob Stahl oder Guss spielt keine Rolle. Das Material muss der dauerhaften Hitze im Brennraum stand halten können.

Kachelhalteleisten

Die Kachelhalteleisten halten (wie der Name sagt) die Seitenkacheln an Ort und Stelle. Die Ofenkacheln werden von oben in die Halteleisten eingeschoben. So sind die Kacheln sicher fixiert und können nicht herunterfallen. Wichtig ist dabei, dass die Kacheln ein wenig Spiel haben. Durch die Erwärmung dehnt sich der Ofenkorpus aus. Wären die Kacheln spielfrei montiert, könnte es zu Verspannungen kommen und die Kacheln könnten Schaden nehmen.

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